Die Frage kommt vor vielen Reisen: Muss man für Marokko ein VPN installieren? Für die meisten Reisenden lautet die kurze Antwort: nein, nötig ist es nicht. In drei bestimmten Situationen kann ein VPN aber nützlich sein. Hier sind sie, und das solltest du vor dem Einschalten wissen.
Ein Blick zurück: die Sperre von WhatsApp-Anrufen 2016
Die Idee vom „nötigen VPN“ stammt aus dem Jahr 2016. Anfang des Jahres ließ die ANRT, Marokkos Telekom-Regulierer, Internet-Sprachanrufe (WhatsApp, Skype, Viber) in den Mobilfunknetzen sperren, und viele umgingen die Sperre mit einem VPN. Im Herbst 2016, kurz vor der Klimakonferenz COP22 in Marrakesch, wurde die Sperre ohne offizielle Mitteilung aufgehoben.
Heute funktionieren WhatsApp-Anrufe und Nachrichten in Marokko ganz normal, über mobile Daten wie über WLAN: Dafür brauchst du kein VPN. Bricht ein Anruf ab, liegt es fast immer am Empfang oder an den Einstellungen des Handys.
Ist ein VPN in Marokko erlaubt?
Wir haben keine Regel gefunden, die Reisenden die Nutzung eines VPN in Marokko verbietet; Unternehmen nutzen VPNs täglich fürs Arbeiten von unterwegs. Was ohne VPN verboten ist, bleibt es auch mit: Ein VPN ändert nichts an den Gesetzen vor Ort. Bei einer konkreten beruflichen Nutzung frag deinen Arbeitgeber.
Die drei Fälle, in denen ein VPN wirklich hilft
- Öffentliches WLAN. Im Café, am Flughafen oder in der Hotellobby teilst du das Netz mit Fremden. Ein VPN verschlüsselt deinen Datenverkehr darin. Mit einer eSIM stellt sich die Frage seltener: Deine Daten laufen übers Mobilfunknetz, nicht übers Café-WLAN.
- Eine Banking- oder Behörden-App, die das Ausland sperrt. Manche Apps lehnen eine Verbindung ab, die nach Ausland aussieht. Ein VPN mit Server in Deutschland kann helfen.
- Deine Streaming-Mediathek. Streamingdienste passen ihr Angebot an das Land der Verbindung an. Ein VPN ändert das angezeigte Land, ihre Nutzungsbedingungen erlauben das aber nicht immer.
Was ein VPN an deiner Verbindung ändert
- Die Geschwindigkeit sinkt etwas und die Latenz steigt, umso mehr, je weiter der Server entfernt ist. Für einen Videoanruf wähle einen nahen Server, etwa in Spanien oder Frankreich.
- Der Datenverbrauch steigt leicht durch die Verschlüsselung. Bei unseren Tarifen (1 GB pro Tag mit voller Geschwindigkeit, danach 512 kbit/s) ändert das bei normaler Nutzung nichts, aber lass das VPN aus, wenn du es nicht brauchst.
- Manche Dienste misstrauen VPNs: Eine Bank verlangt vielleicht eine zusätzliche Bestätigung, eine Website ein Captcha. Schalte das VPN aus, wenn etwas blockiert.
Ein VPN funktioniert über jede Datenverbindung, auch über eine eSIM. Verbindet sich die App nicht, wechsle in ihren Einstellungen das Protokoll; das löst die meisten Fälle.
Vor der Abreise
- Installiere die VPN-App und melde dich zu Hause im WLAN an.
- Teste eine Verbindung zu einem Server in Deutschland.
- Installiere gleichzeitig deine eSIM: Sie startet erst mit der ersten Verbindung in Marokko.
- Vor Ort lass das VPN standardmäßig aus und schalte es nur im öffentlichen WLAN oder für eine App ein, die es verlangt.
Unsere Tarife reichen von 1 Tag (6 €) bis 30 Tage (79 €), Hotspot inklusive: Sieh dir die eSIM-Tarife für Marokko an. Prüfe vorher, ob dein Handy eSIM unterstützt.
